Über  30 Jahre Behindertensport bei den Bürgerschützen

Die Bürgerschützen-Gesellschaft gehört zu den wenigen Vereinen im Deutschen Schützenbund in der behinderte Schützen aktiv am Sportschießen nach behinderten gerechten Wettkampfbedingungen teilnehmen können. Bereits 1988 wurde die Behindertensportgruppe ins Leben gerufen. Nach Anfrage durch unsere Schützenschwester Barbara Kobbe, ob auch Behindertensport bei den Bürgerschützen möglich ist, stand der Vorstand mit Klaus Neubauer diesem Ansinnen positiv gegenüber.

Unser Behindertensport teilt sich in Körper- und Sehbehinderte (Blinde) Schützen auf.

Die Körperbehinderten können Luftgewehr und -pistole, Kleinkalibergewehr und -pistole, Zimmerstutzen oder mit dem Bogen schießen.

Die Sehbehinderten Schützen schießen mit dem Luftgewehr und einer besonderen Elektronik ( Optronik ), die das zurückgeworfene Licht von der Scheibe in akustische Signale umwandelt und vom Schützen mittels eines Kopfhörers gehört wird ( mit den Ohren Schießen !! ).

Über zwanzig Titel eines Landesmeisters und drei Titel eines Deutschen Meisters zeichnen unseren Behindertensport aus. Schnell sprach sich die Möglichkeit in der näheren und weiteren Umgebung herum, diese Sportart bei uns auszuüben.

Christa Leonhardt konnte uns bei diesem Problem wertvolle Unterstützung geben.

Wir nahmen Kontakt mit dem Schützenverein Hannover-Lohnde auf, die bereits Erfahrung mit dieser neuen Sportart hatten. Noch im Jahr 1989 wurde eine Zieleinrichtung für Sehbehinderte angeschafft.

Der erste große öffentliche Auftritt war auf ABF 1990 als Barbara Kobbe und Oliver Bindseil vor staunenden Besuchern ihr Können demonstrierten. Bereits ab 1991 nahm man an dem Internationalen Behindertensportfest in Wilhelmshaven teil.



Behindertensportfest in Wilhelmshaven 1992

Zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland nur vier Vereine die das Schießen mit Sehbehinderten ermöglichten: Hannover, Berlin, Nürnberg und Lehrte. Wurde in den Jahren zuvor ein Städtepokal ausgeschossen, so konnten wir 1993 in Zusammenarbeit mit dem Behindertensportverband Niedersachen zum ersten Deutschlandpokal nach Lehrte einladen. Damals träumte man von einer eigenen Deutschen Meisterschaft.

Nach dem Antrag der Bürgerschützen-Gesellschaft und der Unterstützung des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen beschloss die „Große Sportkommission“ des Deutschen Behinderten-Sportverbandes 1995 die Erweiterung der Deutschen Meisterschaften für Behinderte um die Disziplin Sehbehinderten- und Blindenschießen.

Bei den ersten Deutschen Meisterschaften in Bad Homburg bewiesen die Bürgerschützen ihre Ausnahmestellung. Mit der Beteiligung von Vereinen aus Bayern, Berlin, Brandenburg und drei aus Niedersachsen konnten wir den Deutschen Meister im Einzel und in der Mannschaft stellen.

Bereits zwei Jahre später fanden die Deutschen Meisterschaften 1997 zusammen mit dem Deutschen Schützenbund in München auf der Olympiaschießanlage statt. Wir stellten mit sieben Teilnehmern die größte Gruppe.

Dem Wunsch eine Landesmeisterschaft für Norddeutschland durchzuführen kamen wir nach. Ab 1996 führten wir diese Meisterschaften in Lehrte durch (insgesamt 22 mal). Es trafen sich Schützen aus Berlin, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen um ihre Meister zu ermitteln. 2018 übernahm dann der Niedersächsische Sportschützenverband die Landesmeisterschaft.

Das sportlich größte Ereignis war zweifelsohne die Europameisterschaft 2007 der Behinderten in Suhl. Das Nationalteam bestand aus zwanzig Schützen/innen, davon sechs Sehbehinderte. Mit von der Partie waren Oliver Bindseil und Matthias Scholze

 

Lothar Hapke

Abteilungsleitung

Tel.: 05132 3132